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Inhalt

Pflege – Roboter – Ethik, Ethische Herausforderungen der Technisierung der Pflege

Deutscher Ethikrat tagt zu Einsatz von Robotern in der Pflege

Eröffnung der Jahrestagung durch Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Wie kommen wir angesichts einer fortschreitenden Technisierung der Pflege zu einem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik? Das war eine der zentralen Fragen, mit der die Jahrestagung des Deutschen Ethikrates am 26.06.2019 in Berlin eröffnet wurde.
Expert*innen der Roboterforschung und Roboterethik gingen in Vorträgen, Diskussionsrunden und themenvertiefenden Foren ethischen Implikationen und Konfliktlinien nach, die sich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robotersystemen für die Gesundheitsversorgung und Pflege von Menschen zeigen. Ein Praxisparcours zum Thema ergänzte die Veranstaltung mit anschaulichen Beispielen aus aktuellen Projekten. Es wurden unter anderem Service-Roboter zur Unterstützung der Pflege, Assistenz-Roboter zur Alltagsunterstützung auch mit Bedienschnittstellen zu Gehirn- oder Muskelaktivitäten sowie Telepräsenz-Roboter zur Überwachung der häuslichen Situation vorgestellt.

Praxisparcours - Kommunikations- und Animationsroboter „Pepper“

Für einen ethisch reflektierten und verantwortlichen Einsatz von Robotern im Pflegebereich der Zukunft ist es wichtig, die Pflege in ihrer Funktion und Bedeutung für den Menschen ganzheitlich, in ihren unterschiedlichen Kontexten und Settings in den Blick zu nehmen. Ein solches Vorgehen hilft bei der Entwicklung von für die Pflege und die Menschen nützlichen und hilfreichen Produkten und vermindert das Risiko, dass ethisch fragwürdige Produkte zur Marktreife gelangen.
Im Verlauf der Diskussionen wurden auch einige ethische Orientierungslinien für zukünftige Entscheidungen formuliert. So ist aus Sicht der Experten eine Verengung des Einsatzes von Robotern in Richtung der Lösung des Fachkräftemangels nicht zulässig. Roboter dürfen die Pflege durch Menschen nicht einfach ersetzen. Vorzubeugen ist insbesondere Entwicklungen, bei denen Roboter eingesetzt werden, um menschliche Zuwendung komplett zu ersetzen. Betroffene sollten sich aufgeklärt und frei entscheiden können, ob sie technische System nutzen möchten, eine Pflicht, Roboter für die eigene Pflege zu akzeptieren, darf es nicht geben. Auch eine zunehmende Zahl hochbetagter Menschen, im sogenannten vierten Lebensalter, muss stärker in den Blick genommen werden. Dabei muss auch ein gesellschaftlicher Diskurs über den Umgang mit Leiden und Tod geführt werden, sofern man möchte, dass nicht allein technische Systeme diese Lebensphasen managen. Insgesamt wird deutlich mehr Forschung unter Beteiligung der professionellen Akteure im Bereich Pflege und Gesundheit wie auch der Nutzer benötigt.

Die Diskussionsergebnisse des Nachmittags kreativ zusammengefasst

Alle Beiträge waren begleitet von Diskussionsrunden, die den ethischen Dialog mit dem Publikum ermöglichten. Nicht nur für die Pflege sondern auch für andere im Gesundheits- und Pflegebereich aktive Berufsgruppen könnte es zukünftig durchaus wichtig sein, mit ihrer spezifischen Expertise an ethischen Diskursen teilzunehmen. Das gilt für Design- und Entwicklungsprozesse und für die Anwendungs- und Versorgungspraxis von assistiver Technologie. Es braucht partizipative Ansätze unter Einbeziehung verschiedener Akteure, insbesondere der Nutzer damit die Robotik der Zukunft verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt wird. Nur so können nachhaltige Entwicklungen für ein gutes Leben von alten wie auch jüngeren Menschen mit Pflegebedarf erreicht und rein ökonomisch getriebene Entwicklungen zum Zweck der Kosten- und Personaleinsparung zurückgewiesen werden.

Nähere Informationen zur Jahrestagung finden Sie auch auf den Internetseiten des Deutschen Ethikrats im Menupunkt Veranstaltungen.

Erstellt am 09.07.19